Begriffserklärungen 



2. Was bedeutet eine palliative Betreuung? 


3. Welche Organisationen und Einrichtungen gibt es für die ambulante hospizliche und palliative Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen? 


4. Welche Organisationen und Einrichtungen gibt es für die stationäre hospizliche und palliative Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen? 


5. Welche Vollmachten und Verfügungen sollte jeder Mensch haben? 



Die folgenden Begriffserklärungen sind in unseren Informationsbroschüren 2 und 3 schriftlich zusammengestellt:


Informationsbroschüre Nr. 2 - Begriffe der Hospiz- und Palliativversorgung - hier klicken


Informationsbroschüre Nr. 3 - Dokumente, die jeder haben sollte - hier klicken



1. Grundlegende Begriffe: 


Informationsblatt Nr. 2 des AHPB "Die Quelle" - Wichtige Begriffe in der Hospiz- und Palliativarbeit - bitte hier klicken


Hospiz

Der Begriff Hospiz bedeutete ursprünglich eine Unterkunft oder Herberge für Reisende. Der Begriff Hospital oder Hospitium bedeutete im Mittelalter ebenfalls eine Herberge durch Kirchen oder Klöster für Pilger, Bedürftige, Fremde oder Kranke.


Heute heute umfasst der Begriff Hospiz im übertragenen Sinne einen Rastplatz/eine Herberge bzw. einen Ort der Ruhe für sterbende oder unheilbar kranke Menschen in der Endphase ihres Lebens. So wie früher Reisende auf ihrem Weg Schutz, Geborgenheit und Versorgung in einem Hospiz fanden, finden heute Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebenswegs Schutz, Geborgenheit, Zuwendung und Versorgung in einem Hospiz bzw. durch eine ambulante hospizliche Versorgung. 

(teilweise nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno) 

 

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Palliativ

Der lateinische Begriff „Pallium“ bedeutet Mantel; „palliare“ kann mit dem „Mantel bedecken, lindern“ übersetzt werden. Es beschreibt bildlich das Einhüllen und Lindern des Schmerzes sowie die umfassende und ganzheitliche Betreuung und Versorgung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. 

(teilweise nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno) 


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2. Was bedeutet eine palliative Betreuung? 

Palliative Care

Der englische Begriff Palliative Care versteht sich als ein ganzheitliches Konzept der Pflege, medizinischen Betreuung und Seelsorge für Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Palliative Care wurde 2002 durch die Weltgesundheitsbehörde (WHO) wie folgt definiert: Palliative Care ist ein „Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“ 

(nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno)  


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Palliative Versorgung

Im Gegensatz zum englischen Palliative Care, das Pflege und medizinische Betreuung vereint, unterscheidet man in der palliativen Versorgung in Deutschland zwischen Palliativpflege und Palliativmedizin. Palliative Versorgung setzt dort an, wo heilende (kurative) Behandlung nicht mehr möglich ist oder gewünscht wird. Unter palliativer Behandlung ist die schmerzlindernde, umfassende Versorgung, die Behandlung, die Pflege und die Begleitung schwerstkranker Menschen mit fortschreitender Erkrankung bei begrenzter Lebenserwartung durch ein multiprofessionelles Team zu verstehen. 

(nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno)


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Palliativpflege

Palliativpflege ist ein Teil der palliativen Versorgung. Sie ist ein umfassendes Pflege- und Betreuungskonzept für kranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase im Rahmen einer multiprofessionellen Versorgung. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern bzw. möglichst lange zu erhalten. Dies erfordert: 

  1. Eine symptomorientierte, kreative, individuelle ganzheitliche Therapie und Pflege.
  2. Die Berücksichtigung physischer, psychischer, sozialer und spiritueller Aspekte.
  3. Die Einbindung der Angehörigen.
  4. Die Vernetzung stationärer und ambulanter Unterstützungsmaßnahmen. 

Palliativpflege wird sowohl im stationären/teilstationären als auch im ambulanten Bereich angeboten. 


Das Pflegepersonal (Palliativfachkräfte) setzt sich aus Krankenschwestern und -pflegern zusammen, die eine spezielle Ausbildung in Palliativpflege absolviert haben (Palliative Care Ausbildung). 

(in Anlehnung an LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno)


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Palliativmedizin

Palliativmedizin ist ein Teil der palliativen Versorgung und bedeutet die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, voranschreitenden, sich verschlechternden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Das Hauptziel der medizinischen Begleitung ist in diesen Fällen die Lebensqualität und nicht die Heilung. Im Mittelpunkt steht die Behandlung von Symptomen, allen voran die Eindämmung von Schmerzen. Wenn die Vorteile für den Patienten überwiegen, werden Operationen, Chemotherapien und Strahlentherapien nicht ausgeschlossen. 


Die Palliativmedizin hat sich vor allem folgende Aufgaben gesetzt: 

  1. Exzellente Schmerz- und Symptomkontrolle.
  2. Integration der psychischen, sozialen und seelsorgerischen Bedürfnisse der Patienten, der Angehörigen und des Behandlungsteams.
  3. Akzeptanz des Todes als einen Teil des Lebens. Durch eine deutliche Bejahung des Lebens soll der Tod weder beschleunigt noch hinausgezögert werden. Palliativmedizin ist eine deutliche Absage an die aktive Sterbehilfe.
  4. Kompetenz in den wichtigsten Fragen der Kommunikation und der Ethik. 

Die Weiterbildung „Palliativmedizin“ für Ärztinnen und Ärzte erfolgt in einer dreistufigen Zusatz-Weiterbildung. 

(in Anlehnung an LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno)  


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3. Organisationen und Einrichtungen gibt es für die ambulante hospizliche und palliative Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen? 

Die meisten Menschen wünschen sich, in der ihnen vertrauten Umgebung (Zuhause bzw. im Alten-/Pflegeheim) zu sterben. Um dieses zu ermöglichen, gibt es verschiedene Einrichtungen, deren gemeinsames Ziel es ist, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung des Patienten soweit wie möglich zu erhalten und eine optimale Betreuung, Versorgung und medizinische Behandlung in der häuslichen Umgebung zu gewährleisten. Vielerorts gibt es für die Begleitung und die psychosoziale Betreuung von Kindern mit begrenzter Lebenserwartung sowie deren Familien spezialisierte ambulante Hospizinitiativen.


Ambulante Hospizinitiative/Hospizgruppe

Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter besuchen schwerstkranke und sterbende Menschen Zuhause oder in Einrichtungen wie Alten-/Pflegeheimen, aber auch in Krankenhäusern. Ihr Angebot ist die psychosoziale Betreuung sowohl der Sterbenden als auch ihrer Angehörigen. Die meisten Hospizinitiativen bieten auch eine Trauerbegleitung für die Hinterbliebenen an. 


Darüber hinaus sehen Hospizinitiativen/Hospizgruppen es durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit als ihre Aufgabe, das Thema Tod und Sterben aus der Tabuzone zu holen, in der es sich in unserer Gesellschaft derzeit befindet. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Öffentlichkeitsarbeit ist es, über die Arbeit der Hospizbewegung sowie über die verfügbaren Einrichtungen und Angebote zur Sterbebegleitung und Palliativbetreuung zu informieren.  


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Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst (AHPB)

Über die Arbeit einer ambulanten Hospizinitiative/Hospizgruppe hinaus, bietet ein AHPB durch eine (oder mehrere) hauptberufliche und palliativ geschulte Fachkraft (oder mehrere Fachkräfte) mit Palliative Care Ausbildung eine umfassende Beratung bezüglich palliativ-pflegerischer Maßnahmen in Abstimmung mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie mit den beteiligten Pflegediensten. Darüber hinaus vermittelt der AHPB weitergehende Hilfen zur Betreuung, Versorgung und Unterbvringung. Auf engen Austausch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen wird viel Wert gelegt. Der AHPB steht für Fragen beratend zur Verfügung. Dazu hält der AHPB mit den palliativen Versorgern der Umgebung einen engen Kontakt. Pflegerische Maßnahmen und medizinische Leistungen sind nicht Teil des Angebots. 


Ziel ist es, ein Netzwerk für die Betreuung, medizinische Versorgung und Pflege in der häuslichen Umgebung bzw. in Einrichtungen wie Alten-/Pflegeheimen aufzubauen. 


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Ambulanter Hospizdienst (AHD)

Neben dem AHPB gibt es einigerorts Ambulante Hospizdienste (AHD), deren Angebot zwischen einer Hospizinitiative/Hospizgruppe und dem AHPB steht. Ihr Angebot reicht u.a. in der psychosozialen Beratung über die der Hospizinitiative/Hospizgruppe hinaus. Die hauptamtliche Fachkraft des AHD muss aber keine Palliative Care Ausbildung vorweisen. Sie koordiniert in erster Linie eine psychosoziale Betreuung, führt im Gegensatz zum AHPB aber keine Palliativberatung durch und vermittelt auch keine Hilfsangebote.


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Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Pflegedienst (AHPP)

Weiterhin gibt es Ambulante Hospiz- und Palliativ-Pflegedienste (AHPP), die über das Angebot eines AHPB hinaus eine palliativ-pflegerische Versorgung in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten bieten. Ein AHPP bietet eine 24-stündige Einsatzbereitschaft. Gelegentlich bezeichnen sich  Ambulante Hospiz- und Palliativpflegedienste auch als Palliative-Care-Team (auch wenn ihnen kein Facharzt angehört, siehe Begriffserklärung Palliative-Care Team).


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Palliative-Care-Team

Die Zielsetzung eines Palliative-Care-Teams ist es, die ambulante medizinische Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten so zu gewährleisten, dass der Patient in seiner ihm vertrauten häuslichen Umgebung bis zu seinem Tod bleiben kann. Die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und sonstige Beschwerden stehen im Vordergrund der Behandlung, kurative Maßnahmen sind üblicherweise nicht vorgesehen. 


Ein Palliative-Care-Team arbeitet mit anderen Einrichtungen wie z.B. Pflegediensten, Hospizdiensten, Krankenhäusern und Hausärzten zusammen. Neben der medizinischen und pflegerischen Betreuung koordiniert ein Palliative-Care-Team zur optimalen Versorgung des Patienten die Arbeit dieser Einrichtungen und berät sie. Das Team bietet eine 24-stündige Rufbereitschaft und steht in engem Austausch mit den Angehörigen und berät auch diese. 


Das Palliative-Care-Team besteht aus Fachärzten unterschiedlicher Disziplinen (Palliativmedizin, Schmerztherapie, Onkologie u.a.) und palliativ geschultem Pflegepersonal, sowie oftmals auch aus Physiotherapeuten, Seelsorgern oder Psychotherapeuten/Psychologen. Es gibt aber auch Einrichtungen, die die Bezeichnung Palliative-Care-Team führen, selbst aber keinen Arzt beschäftigen (siehe Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Pflegedienst (AHPP).


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Pflegedienst/Sozialstation

Diese Einrichtungen sichern die ambulante Versorgung von pflegebedürftigen Personen (Alten- und Krankenpflege) durch dafür geschultes Pflegepersonal. Ihr Ziel ist es, eine optimale pflegerische Versorgung in der häuslichen Umgebung sicherzustellen. Dazu bieten sie eine Grund- und Behandlungspflege an, sowie die hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung. Darüber hinaus beraten sie in Fragen zur Pflegeversicherung, Pflegestufeneinordnung und geben Hilfe bei der Antragstellung. Auch bieten Pflegedienste weitere Hilfsangebote selbst an oder organisieren diese, wie „Essen auf Rädern“, Hausnotrufdienste usw. Die Abrechnung mit dem Leistungsträger wird ebenfalls vom Pflegedienst organisiert. 


Die ambulante Pflege für schwerstkranke und sterbende Menschen kann nicht in jedem Fall durch einen Pflegedienst gewährleistet werden, dies ist im Einzelfall zu prüfen. Pflegedienste/Sozialstationen werden sowohl von privaten Trägern als auch von öffentlichen Trägern der freien Wohlfahrtspflege (z.B. Rotes Kreuz, Diakonie, Caritas) getragen. 


Der historische Begriff Sozialstation als kirchliche Dienstform war früher wesentlich verbreiteter (weshalb sich die Bezeichnung „Diakonie“ noch häufig in Namen solcher Einrichtungen befindet). Vor allem private Träger führen heute die Bezeichnung Pflegedienst.  


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4. Organisationen und Einrichtungen für die stationäre hospizliche und palliative Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen? 

Ist die ambulante Betreuung von Menschen mit begrenzter Lebenserwartung in der häuslichen Umgebung nicht möglich, da die erforderlichen medizinischen Maßnahmen dort nicht gewährleistet werden können oder die Angehörigen mit der Betreuung überfordert sind, gibt es verschiedene Hilfsangebote. Vordringlichste Zielsetzung sollte sein, dass der sterbende Mensch die ihm verbleibende Lebenszeit nicht auf einer herkömmlichen Krankenhausstation verbringt, da diese auf die Versorgung dieser Menschen nicht eingerichtet sind und somit keine optimale Betreuung und Behandlung gewährleisten können. Ihre Aufgabe ist es, Menschen zu heilen und nicht, sie im Sterbeprozess zu begleiten.   


Stationäres Hospiz

Stationäre Hospize sind kleinere Einrichtungen zur Versorgung, Pflege und Begleitung von Menschen jeden Alters mit begrenzter Lebenserwartung. Sie stellen eine Zwischenlösung zwischen dem Zuhause und der stationären Einrichtung einer Palliativstation dar. Sterbende und ihre Angehörigen werden hier als Gäste aufgenommen und in einer wohnlichen, liebevollen und familiären Atmosphäre begleitet, gepflegt, umsorgt und beim Abschiednehmen unterstützt. 

(nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno) 


Das Angebot von Hospizen umfasst eine palliativ-pflegerische Versorgung des Patienten und seiner Angehörigen sowie die psychosoziale und spirituelle Begleitung mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität. Dazu arbeitet pflegerisch speziell dafür aus- und weitergebildetes Personal (Palliative Care Ausbildung) mit Seelsorgern, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten/Psychologen und ehrenamtlichen Mitarbeitern in einem Team zusammen. 


In den meisten Fällen bedeutet ein Hospiz die letzte Station auf einem Lebensweg. Neben den stationären Hospizen gibt es auch teilstationäre Hospize für eine Tagesbetreuung. 


Hospize sind auf einen begrenzten Grad an medizinischer Versorgung ausgelegt, so dass sie Menschen, die einer umfangreichen und aufwändigen medizinischen Versorgung bedürfen, nicht aufnehmen können.

Für die medizinische Versorgung suchen niedergelassene Ärzte das Hospiz auf. 


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Kinderhospiz

Bei diesen Einrichtungen steht die Entlastung der Familien im Vordergrund. Es bietet sowohl im Rahmen der Kurzzeitpflege (bis zu vier Wochen im Jahr) einen Hospizplatz für das schwerstkranke Kind und oft auch für die ganze Familie, als auch in der Finalphase die stationäre Aufnahme für das Kind und seine Familie.  

(nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno)


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Palliativstation

Palliativstationen sind eigenständige oder integrierte Bestandteile von Krankenhäusern. Ihr Angebot bedeutet die palliative Versorgung eines Patienten und seiner Angehörigen. Dies umfasst medizinische, pflegerische, soziale und spirituelle Aspekte. Dazu arbeitet ärztliches und pflegerisch speziell dafür aus- und weitergebildetes Personal mit Sozialarbeitern, Seelsorgern, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten/Psychologen sowie oft auch mit ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern in einem Team zusammen. 

(nach LAG Hessen, Hospizarbeit und palliative Versorgung in Hessen, Elisabeth Terno) 


Die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und sonstige Beschwerden stehen im Vordergrund der Behandlung, kurative Maßnahmen sind üblicherweise nicht vorgesehen. Vor allem in den Fällen, in denen die medizinische Versorgung Zuhause oder in einem Hospiz aufgrund der Schwere der Erkrankung nicht mehr gewährleistet werden kann, ist die Aufnahme auf eine Palliativstation sinnvoll. Palliativstationen versuchen den Patienten soweit zu stabilisieren und die Symptome zu lindern, dass er wenn möglich, wieder in sein häusliches Umfeld zurückkehren kann. Sollte das aufgrund der Schwere der Symptome nicht mehr machbar sein, dann bieten Palliativstationen sowohl fachlich als auch räumlich und organisatorisch den Rahmen für die Patienten und ihre Angehörigen für einen umsorgten und versorgten letzten Lebensabschnitt.  


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5. Welche Vollmachten und Verfügungen sollte jeder Mensch haben?

Informationsblatt Nr. 3 des AHPB "Die Quelle" - Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht - bitte hier klicken


Die rechtlichen Fragen in Zusammenhang mit Patientenverfügungen, Vorsorge- und Betreuungsvollmachten sowie deren Abfassung ist ein komplexes Thema. Wir möchten deshalb hier nur eine knappe Definition der Begriffe geben. Das Internet  bietet eine Vielzahl von Informationen zu diesen Themen, sowie auch dementsprechende Formularhilfen. Aber auch soziale Einrichtungen bieten Hilfe zur Abfassung der Vollmachten. Wir möchten hier auf die Informationen des Bundesjustizministeriums zur Patientenverfügung und zum Betreuungsrecht verweisen, die im Internet abgerufen oder im Ministerium direkt bestellt werden können. Zudem bietet das Ministerium alle notwendigen Formularvorlagen. 


 

Bundesministerium der Justiz:

Mohrenstr. 37

10117 Berlin

 

 

030 – 185 80 07


 

030 – 185 80 95 25


 



Alle im folgenden verlinkten Broschüren entsprechen der neusten Gesetzgebung vom 6. Juli 2017 und 8. Februar 2017:


Hinweise zum Urteil des BGH vom 6 Juli 2016 und 8. Februar 2017


Broschüre des Bundesinnenministeriums zum Thema Betreuungsrecht


Broschüre des Bundesministeriums der Justiz zum Thema Patientenautonomie am Lebensende


Für die Informationen zum genannten Thema und für die Erstellung der Dokumente ist auch die Hilfe durch einen Rechtsanwalt zu empfehlen. Jeder Mensch, egal welchen Alters, sollte die aufgeführten Verfügungen und Vollmachten haben, denn Krankheit oder ein Unfall kann jeden jederzeit treffen.


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Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung legt die verfügende Person fest, welche medizinischen Maßnahmen (Untersuchungen, Behandlungen, Eingriffe) durchgeführt oder nicht durchgeführt werden sollen, sofern der Verfügende nicht mehr in der Lage ist, in der gegenwärtigen Situation selbst darüber zu entscheiden. Sie regelt hingegen nicht, wer die aus der Patientenverfügung entstehenden Entscheidungen treffen soll. Für den Fall, dass die Patientenverfügung zum Einsatz kommt, ist es sinnvoll, in einer Vorsorgevollmacht festzulegen, wer die Interessen der verfügenden Person wahrnehmen soll. (Siehe dazu weiter unten „Vorsorgevollmacht“). Die Patientenverfügung muss in Schriftform verfasst sein, eine notarielle Beurkundung ist nicht nötig. 


Genauere Informationen über Inhalt und Rechtsgültigkeit, sowie eine Vorlage für die Abfassung finden sich unter anderem auf folgender Website des Bundesjustizministeriums:


 


Broschüre des Bundesministeriums der Justiz zur Patientenverfügung


Bundesministeriums der Justiz: Textbausteine zur Erstellung einer Patientenverfügung


Individuelle Beratung zu Patientenverfügungen bietet Ihnen auch:


Dr. med. Detlef Röhl

Ehemaliger Chefarzt an den Kliniken des MTK

Vorsitzende des Fördervereins der Ökumenischen Diakoniestation Vortaunus 


Über die Ökumenische Diakoniestation Vortaunus erhalten Sie die Telefonnummer von Hr. Dr. Röhl zur weiteren Terminvereinbarung:


 

06196 - 23 67 0    

  

 

06196 - 641689


Diakoniestation-vortaunus(ät)t-online.de


Kronberger Straße 1a

65812 Bad Soden/Ts. 


 

www.diakoniestation-vortaunus.de  


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Vorsorgevollmacht

Mithilfe der Vorsorgevollmacht (auch Vorsorgeverfügung) bestimmt der Vollmachtgeber selbst, welche Person ihn für den Fall, dass er seine Angelegenheiten selbst nicht mehr regeln kann, vertreten soll. Der Vollmachtgeber legt dabei fest, auf welche Angelegenheiten sich die Vorsorgevollmacht erstreckt (u.a. können dies die Gesundheitsfürsorge und Pflege, aber auch Aufenthalts- und Wohnungsangelegenheiten, Vermögensfragen und Behördenangelegenheiten sein). Der Vorsorgebevollmächtigte ist jedoch kein Betreuer. Die Vorsorgevollmacht sollte mit der Patientenverfügung kombiniert sein. Die Vorsorgevollmacht ist schriftlich abzufassen, eine notarielle Beurkundung ist nicht nötig, sofern die Verwaltung von Immobilien nicht eingeschlossen ist.   


Genauere Informationen über Inhalt und Rechtsgültigkeit, sowie eine Vorlage für die Abfassung finden sich unter anderem auf folgender Website des Bundesjustizministeriums:


 


Mit der Vorsorgevollmacht können Sie einer anderen Person das Recht einräumen, in Ihrem Namen stellvertretend zu handeln. Die Vorsorgevollmacht kann sich auf die Wahrnehmung bestimmter einzelner oder aber auch aller Angelegenheiten beziehen. Sie können vereinbaren, dass von der Vorsorgevollmacht erst Gebrauch gemacht werden darf, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, über ihre Angelegenheiten zu entscheiden. Die Vorsorgevollmacht gibt Ihnen die Möglichkeit, die Bestellung eines Betreuers oder einer Betreuerin durch das Betreuungsgericht zu vermeiden. Sie sollten aber nur eine Person bevollmächtigen, der Sie uneingeschränkt vertrauen und von der Sie überzeugt sind, dass sie nur in Ihrem Sinne handeln wird. (Text: Webseite Bundesministerium der Justiz)


Formularvorlage des Bundesministeriums der Justiz für eine Vorsorgevollmacht


Formularvorlage des Bundesministeriums der Justiz für die Eintragung einer Vorsorgevollmacht


Formularvorlage des Bundesministeriums der Justiz für die Eintragung einer weiteren bevollmächtigten Person zu einer Vorsorgevollmacht


Formularvorlage für eine Konto,- Depot- und Schrankvollmacht


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Damit die Vorsorgevollmacht zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird, können sie die Tatsache der Vorsorgebevollmächtigung und den Namen der bevollmächtigten Person/en auch beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. 


Hinweise und Antragsformulare finden Sie hier: www.vorsorgeregister.de. 

Die Registrierung kann dort auch online erfolgen.



Betreuung und Betreuungsverfügung

Vorab:
Eine Betreuung ist nicht erforderlich, wenn mit Hilfe einer Vorsorgevollmacht die Angelegenheiten der volljährigen Person durch einen Bevollmächtigten bzw. eine Bevollmächtigte ebenso gut besorgt werden können.

Haben Sie keine wirksame Vollmacht erteilt und es tritt der Fall ein, dass Sie Ihre Angelegenheit ganz oder teilweise nicht selbst besorgen können, bestellt das Gericht einen rechtlichen Betreuer oder eine rechtliche Betreuerin. Das Gericht prüft nicht nur allgemein, ob eine Betreuung angeordnet werden muss. Es muss auch im Einzelfall feststellen, für welche Aufgabenbereiche konkret eine Betreuungsbedürftigkeit besteht. Die rechtliche Betreuung wird nur für die Bereiche eingerichtet, in denen Ihre Angelegenheiten nicht durch andere Hilfen, bei denen kein gesetzlicher Vertreter bestellt wird, ebenso gut wie durch einen rechtlichen Betreuer oder eine rechtliche Betreuerin besorgt werden können.

Im Alltag wird das Wort „Betreuung“ oft falsch verstanden und mit einer sozialen Betreuung verwechselt. Viele Menschen gehen davon aus, dass es sich bei der rechtlichen Betreuung um eine praktische und persönliche Hilfestellung zur Bewältigung des Alltags handelt. Der rechtliche Betreuer hat aber die Angelegenheiten des bzw. der Betroffenen rechtlich zu besorgen. Dem betreuten Menschen soll so die weitere Teilhabe und Teilnahme am öffentlichen Leben und am Rechtsverkehr ermöglicht werden. Er soll im Rahmen seiner Fähigkeiten sein Leben nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen gestalten können. Der Betreuer oder die Betreuerin haben dazu beizutragen, dass Möglichkeiten der Rehabilitation genutzt werden, welche in geeigneten Fällen die Betreuung erübrigen können.

Der Betreuer oder die Betreuerin haben den Wünschen der betreuten Person soweit wie möglich zu entsprechen. Es darf nicht einfach über ihren Kopf hinweg entschieden werden. Wichtige Angelegenheiten hat der Betreuer oder die Betreuerin grundsätzlich vorher mit ihr zu besprechen. Das Betreuungsgericht bestellt vorrangig einen geeigneten ehrenamtlichen Betreuer bzw. eine geeignete ehrenamtliche Betreuerin. Dabei ist auf die verwandtschaftlichen und sonstigen persönlichen Bindungen der Betroffenen sowie auf die Gefahr eines Interessenkonfliktes Rücksicht zu nehmen. Stehen ein geeigneter ehrenamtlicher Betreuer oder eine geeignete ehrenamtliche Betreuerin nicht zur Verfügung, so wird ein geeigneter Berufsbetreuer bzw. eine geeignete Berufsbetreuerin bestellt.

Auch im Hinblick auf die Betreuerauswahl können Sie vorsorgen:Mit der Betreuungsverfügung kann jeder schon im Voraus festlegen, wen das Gericht als rechtlichen Betreuer oder rechtliche Betreuerin bestellen soll. Das Gericht ist an diese Wahl gebunden, wenn sie dem Wohl der zu betreuenden Person nicht zuwiderläuft. Genauso kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer oder Betreuerin in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer bzw. die Betreuerin, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird. Die Betreuungsverfügung kann auch mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden und würde dann zur Geltung kommen, wenn die Vorsorgevollmacht – aus welchen Gründen auch immer – nicht wirksam ist. (Text: Webseite Bundesministerium der Justiz)


 


Formularvorlage des Bundesministeriums der Justiz zur Betreuungsverfügung


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So wie der Wind den Sand verweht,

so ist auch unser Leben.

Wir wirbeln hoch, wir fallen tief -

Wem ist das Glück gegeben?

Doch meine Seele fliegt weit fort,

unendlich zu den Sternen,

befreit von aller Erdenlast

in weite, weite Ferne. 


Unbekannt