Was ist Hospizarbeit? 

Hospizarbeit bedeutet die ambulante oder stationäre Begleitung und Betreuung von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. 


Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hospizinitiativen möchten den betroffenen sterbenden Menschen und ihren Angehörigen (dazu zählen alle dem Schwerstkranken oder Sterbenden nahestehenden Menschen) in dieser schweren Zeit beistehen. 


Ziel ist es, soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten, Hilfe zu geben, damit die Betroffenen so lange wie möglich aktiv am Leben teilnehmen können und dazu beizutragen, dass dieser Lebensabschnitt trotz aller Beschwernis zu einer Bereicherung für alle Beteiligten werden kann. Das Leben soll dabei aber weder verlängert noch verkürzt werden. 

  

Die Hospizbewegung macht es sich zunehmend zur Aufgabe, über die Sterbebegleitung hinaus ein Netzwerk der Betreuung, Pflege und medizinischen Versorgung für schwerstkranke Patienten und für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu errichten, in dem sich die Betroffenen geborgen fühlen und Symptome so gut wie möglich gelindert werden. Aber auch die Angehörigen sollen durch dieses Netzwerk entlastet und begleitet werden. 


Trauernde Angehörige finden durch die Hospizbewegung ebenfalls Hilfe und Unterstützung.  



Die Wünsche der Sterbenden:


Im Jahr 2012 starben in Deutschland 869.582 Menschen, die wenigsten davon dort, wo sie es sich wünschten. Bei einer Befragung kam es zu folgenden Ergebnissen:*


  • 66% der Deutschen wünschen sich Zuhause zu sterben, es sterben aber nur 20% dort.
  • 18% der Deutschen wünschen sich in einem Hospiz/auf einer Palliativstation zu sterben, es sterben nur 3% dort.
  • 3% der Deutschen wünschen sich in einem Krankenhaus zu sterben, es sterben 50% dort!**
  • 1% der Deutschen wünscht sich in einem Pflegeheim zu sterben, es sterben 25% dort.
  • 12% der Deutschen machen keine Angaben, es sterben 2% an anderen als den genannten Orten. 
  • Hospizhilfe erhalten weltweit nur 10% der Menschen, die ihrer bedürfen, obwohl hospizliche und palliative Versorgung ein Menschenrecht ist.


Die Hospizbewegung möchte unter anderem dazu beitragen, dass die Menschen dort sterben, wo sie es sich wünschen und die bestmögliche Versorgung erhalten sowie liebevoll umsorgt und begleitet werden. 



Die Hospizarbeit findet ihren Ausdruck im Hospizgedanken, dem die Wünsche der Betroffenen für ihr eigenes Sterben zugrunde liegen, die vielfach jedoch immer noch zu wenig Berücksichtigung finden: 


Näheres zum Hospizgedanken erfahren Sie hier: 





** Krankenhäuser sind darauf ausgerichtet, Menschen zu heilen und nicht beim sterben zu begleiten. Deshalb ist eine geeignete hospizliche Begleitung in einem Krankenhaus nicht vorgesehen (ausgenommen Palliativstationen, die Bestandteil eines Krankenhauses sind). 


*(Die Prozentzahlen über den Wunschsterbeort stammen aus der Statistik des DHPV (Deutscher Hospiz- und Palliativverband e.V.), repräsentative Umfrage "Erfahrungen mit dem Sterben eines nahestehenden Menschen 2012, S. 34, 2 Nennungen möglich. Die tatsächlichen Sterbeorte stammen aus der Statistik Destatis 2012 des Statistischen Bundesamts, die Aussagen zur weltweiten Versorgung stammt von der WPCA (Worldwide Palliative Care Alliance)).





Es geht nicht darum,

dem Leben mehr Tage zu geben,

sondern den Tagen mehr Leben.


Dame Cicely Saunders