Der Hospizgedanke 

Der Hospizgedanke manifestiert sich in drei grundlegenden Bereichen, deren Erfüllung sich die Hospizbewegung als Aufgabe gesetzt hat:


  1. Die Begleitung und 
  2. die Beratung bezüglich Betreuung, Pflege und medizinischer Versorgung schwerst kranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen.
  3. Die Öffentlichkeitsarbeit, zur Thematisierung von Tod und Sterben in der Gesellschaft sowie zur Förderung des Hospizgedankens und der Hospizarbeit. 


Das wichtigste Ziel der Hospizarbeit ist es durch diese drei Arbeitsbereiche dazu beizutragen, dass die Menschen bewusst und entsprechend ihren eigenen Wünschen, möglichst ohne Schmerzen ihre letzte Lebensphase umsorgt, geborgen und mit der optimalen pflegerischen und medizinischen Versorgung verbringen können. 


Hospizliche und palliative Versorgung und somit ein menschenwürdiges Sterben ist ein Menschenrecht. Dies umzusetzen ist Aufgabe iund Ziel der Hospizbewegung. 



Wie wird der Hospizgedanke umgesetzt?

1. Hospizliche Begleitung, also Sterbebegleitung im Sinne der Hospizarbeit bedeutet, für den sterbenden Menschen und seine Angehörigen bis zuletzt da zu sein, zuzuhören, zu unterstützen und zu begleiten. Hospizarbeit ist in erster Linie eine psychosoziale Begleitung durch dafür qualifizierte, meist ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer und versteht sich als Ergänzung zum Netzwerk der Betreuung, Versorgung und Pflege Schwerstkranker und Sterbender. Das Angebot von Hospizinitiativen umfasst auch die Begleitung der trauernden Angehörigen.


Vielfach entstehen Ängste. Am häufigsten werden die Angst vor Schmerz und vor Vereinsamung genannt. In dieser Situation bietet sich, die Hospizhelferin der Hospizhelfer an, mit ihrer/seiner ganzen Persönlichkeit für den Sterbenden und seine Angehörigen da zu sein.


Das Erfahren einer lebensverkürzenden Prognose ist ein tiefer Einschnitt im Leben eines Menschen. Oftmals erwacht eine Suche nach der Wahrheit und Wirklichkeit des Lebens. Eine überkonfessionelle seelsorgerische bzw. spirituelle Unterstützung kann auf Wunsch der Betroffenen ein Teil der hospizlichen Begleitung sein, wie auch die Hilfe bei der Gestaltung des Abschieds.


Näheres zur hospizlichen Begleitung erfahren Sie hier


Die meisten Menschen wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit in der ihnen vertrauten Umgebung, sei es Zuhause oder im Alten-/ Pflegeheim in dem sie leben, zu verbringen und dort auch zu sterben. Dies ist aber derzeit leider mehr die Ausnahme als die Realität. Hospizinitiativen wollen dabei helfen, dies zu ändern. Dazu besuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ambulanter Hospizinitiativen die Betroffenen in ihrer häuslichen Umgebung, aber auch bei eventuellen Krankenhausaufenthalten.Sollte die Betreuung und Pflege Zuhause nicht mehr durchführbar sein, gibt es die Möglichkeit, den letzten Lebensabschnitt umsorgt und behütet in einem stationären Hospiz zu verbringen.

Auch in stationären Einrichtungen wie Hospizen oder Palliativstationen arbeiten Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter.



2. Viele Hospizinitiativen bieten mittlerweile eine professionelle Beratung und Hilfe durch speziell ausgebildete hauptberufliche Fachkräfte zur Schaffung eines Netzwerks zur Betreuung, Pflege, Unterbringung und Begleitung. Dabei helfen diese Initiativen auch bei der Organisation von Dienstleistungen und vermitteln Kontakte. Ziel ist es auch hier, die Betreuung und Pflege im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.


Die Konfrontation mit dem Sterben eines Angehörigen stellt die meisten Menschen vor eine schier unlösbar erscheinende Aufgabe. Hospizinitiativen helfen durch Beratung und Unterstützung, die richtige Versorgung zu finden - ein Netzwerk der Betreuung aufzubauen. 



3. Das Thema Tod und Sterben ist in unserer Gesellschaft zunehmend an den Rand gedrängt worden und wird als der natürliche Bestandteil des Lebens der er ist, vielfach nicht gesehen. Dies führt dazu, dass Menschen die sich in der letzten Lebensphase befinden, sowie ihre Angehörigen sich häufig unsicher, alleine gelassen, ängstlich  und überfordert fühlen. Die Bereicherung, die in dieser Lebensphase ebenfalls stattfinden kann, wird oftmals nicht wahrgenommen und die Versorgung und Unterbringung ist vielfach nicht optimal. Dem wollen Hospizinitiativen durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. Sie möchten dazu beitragen, dass die Kultur des Sterbens und des Todes Verständnis in unserer Gesellschaft findet, denn jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens durch den Tod von Angehörigen aber auch durch den eigenen irgendwann davon betroffen. 


Weiterhin dient die Öffentlichkeitsarbeit, die Angebote der Hospizinitiativen bekannt zu machen, denn nur wer diese kennt, findet die richtige Hilfe, wen er sie braucht. 











Ihr möchtet das Geheimnis

des Todes kennen lernen.

Aber wie werdet ihr es finden,

wenn ihr es nicht im

Herzen des Lebens sucht?


Khalil Gibran