Internationaler Hospiztag 2011

Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst "Die Quelle" hatte alle Interessierten im Rahmen des Internationalen Hospiztags am 19. Oktober 2011 zu einer Vorführung des Kinofilms 


Oskar und die Dame in Rosa  


eingeladen.  


Das Interesse war so groß, dass das Kino fast bis auf den letzten Platz besetzt war. Wir freuen uns sehr über diese rege Teilnahme an unserer Veranstaltung. Viele Besucher brachten im Anschluss zum Ausdruck, wie sehr sie dieser Film bewegt hat. 



Der Film

Oskar (Amir) ist erst zehn Jahre alt, doch er ist an Leukämie erkrankt und hat nur noch wenige Tage zu leben. Seine verzweifelten Eltern können ihre Sprachlosigkeit nicht überwinden, denn ihr Schmerz ist zu groß und so wird auch Oskar immer verschlossener und verliert alle Hoffnungen. Erst als die „Dame in Rosa“ (Michèle Laroque), eigentlich eine resolute Pizzaverkäuferin in einem rosa Kostüm, im Krankenhaus im wahrsten Sinne des Wortes über Oskar stolpert, schöpft Oskar neue Hoffnung. Fortan will er nur noch mit der „Dame in Rosa“ sprechen, doch das gestaltet sich zunächst schwierig. Aber durch einen Trick gelingt es Oskars Arzt (Max von Sydow), dass Oskars Wunsch in Erfüllung geht.

Um Oskar auf andere Gedanken zu bringen, beschließen er und die „Dame in Rosa“ die folgenden 12 Tage so zu gestalten, als würde jeder Tag symbolisch einer Dekade von Oskars Leben entsprechen. Dadurch erfährt Oskar trotz der Begrenzungen durch das Leben im Krankenhaus so etwas wie ein vollkommenes Leben, denn er kann Erfahrungen machen, die ihm sonst durch sein Schicksal verwehrt geblieben wären. Darüber hinaus erzählt ihm die „Dame in Rosa“ erfundene Geschichten aus ihrem eigenen Leben, die ihm Mut machen sollen. Durch dieses Spiel kann Oskar sich öffnen und sogar wieder lachen. Aber nicht nur er schöpft Hoffnung und kann Freude empfinden. Auch das Leben der Dame in Rosa wird sich durch diese Begegnung verändern.

Dieser Film ist eine bewegende und sensible Auseinandersetzung mit dem Schicksal eines sterbenskranken Kindes, dass durch das feinfühlige und nuancierte Spiel der Darsteller zutiefst berührt. Die sensible Erzählung hilft ohne zu viel Pathos, sich Krankheit, Sterben und Tod anzunähern und zu verstehen, dass darin auch ein großer Gewinn für das Leben liegen kann. 


Der französische Autor Eric-Emmanuel Schmitt, der unter anderem durch seinen Erfolgsroman „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ bekannt ist, schrieb nicht nur die Romanvorlage für diesen Film, sondern auch das Drehbuch und er führte zudem Regie.

In dieser berührenden Adaption seines Romans versteht Eric-Emmanuel Schmitt es, das schwierige und oft tabuisierte Thema Sterben, und dazu noch das Sterben eines kleinen Jungen, in einer bezaubernden Geschichte darzustellen, die behutsam mit dem Thema umgeht und die trotz aller Schwere und Betrübnis auch hoffnungsvoll ist und Mut macht. In seiner Auseinandersetzung mit dem Tod ist es doch ein Film über das Leben, über Menschlichkeit, Mitgefühl und Güte. 


Andere Stimmen


Glaubwürdig, plausibel, sensibel. Das Erzählen, das Zeigen, das Fühlen (Musik: Altmeister Michel Legrand). Diese schwierige Seelen-Gratwanderung zwischen Nicht-Kitsch und angemessener Betroffenheit überzeugt. Weil nicht triefend erzählt, sondern mit feinem, schönem Humor. Sanft pointiert. Wirklich menschlich. Berührend. Diese heikle Balance zwischen Tragik und Sinn gelingt in dieser brillanten Mixtur aus Fantasie, Humor und viel gut platziertem Gefühl.

H.-U. Pönack, Deutschlandfunk 


Dass diese tieftragische Geschichte um einen kleinen, im Sterben begriffenen Jungen dabei nie in Kitsch und Betroffenheitsgefühligkeit endet, liegt nicht zuletzt an den präzise geführten und agierenden Schauspielern....So ist "Oskar und die Dame in Rosa" letztlich ein zutiefst humanistisches und anrührendes Plädoyer für mehr Zwischenmenschlichkeit und Wärme. Zwei Dinge, die in diesen modernen unterkühlten Zeiten vollends verloren zu gehen scheinen.

Thilo Wydra br-online  


Darsteller

Amir

Michèle Laroque

Max von Sydow

Mylène Demongenot

u.a. 


Drehbuch und Regie

Eric-Emmanuel Schmitt






 

Über ein Grab hin

Je länger Du dort bist,
umso mehr bist Du hier,
je länger Du fort bist,
umso näher bei mir.
Du wirst mir notwendiger
als das tägliche Brot ist,
Du wirst lebendiger,
je länger Du tot bist.

Börries Freiherr von Münchhausen