Internationaler Hospiztag 2012


Der Tod ist eine Tür - ein Abend mit dem Erzählkünstler Philipp Layer




Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst "Die Quelle" hatte am 12. Oktober 2012 im Rahmen des Internationalen Hospiztags zu einer Veranstaltung mit dem bekannten Erzählkünstlers Philipp Layer eingeladen. Wir freuen uns wieder über das große Besucherinteresse und die schöne Atmosphäre an diesem Abend. 


Philipp Layer ging mit uns der Frage nach, was sich "hinter der Tür verbergen kann" und regte uns an, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Er führte uns dabei durch einen abwechslungsreichen Abend mit Märchen und Geschichten, die von ihm mit großer Intensität erzählt wurden und die die Zuhörer sehr bewegten. Dies war daran zu spüren, mit welcher Aufmerksamkeit das Publikum Philipp Layer lauschte. Kein Husten, kein Stühlerücken, nicht einmal ein Räuspern war zu hören. 

Neben Märchen, die mal mehr mal weniger bekannt waren, hörten wir fiktive wie auch tatsächlich erlebte Geschichten. Eine der Geschichten wurde von Philipp Layer anhand von Begriffen erzählt, die das Publikum ihm zurief. Sehr ergriffen waren die Zuhörer auch von einer Geschichte, die Elisabeth Kübler-Ross in ihrer Arbeit mit Sterbenden  erlebt hat.

 


Musikalisch wurde der Abend von Patrick Zeier am Klavier begleitet. 



   


Weiterhin haben 

Hospizmitarbeiterinnen und Hospizmitarbeiter des AHPB "Die  Quelle" im Programm mitgewirkt. Damit sollte dem Publikum unsere Arbeit näher gebracht werden.

In einem Interview berichtete Anette Tuppeck-Gehlhar, eine Hospizbegleiterin, die in diesem Jahr ihre Qualifizierung abgeschlossen hat, sehr lebendig über ihre Gedanken und Beweggründe. 




Anschließend erklärten Martina Werner, langjährige Hospizbegleiterin sowie Andreas Valbert, Koordinator und Palliativfachkraft 

des AHPB "Die Quelle", was es mit dem Hospizkoffer auf sich hat.






 




Der Hospizkoffer ist ein symbolischer Koffer, der Gegenstände beinhaltet, die Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern bei ihrer Arbeit helfen. Sehr einfühlsam wurde berichtet, wozu die einzelnen Gegenstände bei der Begleitung Verwendung finden können. 


 

Unser Dank gilt der ev. Kirchengemeinde Bad Soden, dass wir den Welthospiztag 2012 in ihrem Gemeindehaus begehen durften. 



Der Tod ist eine Tür........ 


........durch die ein jeder von uns einmal hindurch gehen wird. 


Doch was verbirgt sich hinter dieser Tür? Die einen haben eine Vorstellung, die je nach Glaube oder Überzeugung sehr unterschiedlich aussehen kann. Die anderen haben keine Vorstellung, oftmals möchten sie auch gar nicht darüber nachdenken. Zuviel Angst besteht vor dem, was sich hinter dieser Tür verbirgt. In einer Gesellschaft, in der das Sterben viel zu oft verdrängt wird als etwas, was andere, aber nicht mich betrifft, was für die Mehrheit in Zusammenhang steht mit Hoffnungslosigkeit, Hinfälligkeit oder Krankheit, wird das Durchschreiten dieser Tür als bedrohlich empfunden.  




Der Tod ist eine Tür........ 


.........eine Tür bedeutet aber auch, dass sich etwas dahinter verbirgt, dass uns etwas erwartet, etwas Neues, etwas Anderes. Etwas Schönes? In allen religiösen und spirituellen Glaubensrichtungen verheißt das Durchschreiten dieser Tür etwas Gutes und Hoffnungsvolles. Es bedeutet nicht das Ende, sondern einen Neuanfang. Doch in unserer wissenschaftlichen und empirischen Gesellschaft fällt es vielen Menschen schwer, daran zu glauben und eine Vorstellung von dem zu haben, was sich hinter dieser Tür verbirgt. Das verursacht Angst und Verdrängung. Eines steht aber fest, indem wir diese Tür öffnen und durchschreiten, erfüllt sich der Kreislauf des Lebens.  




Der Tod ist eine Tür........ 


........ über das, was uns hinter dieser Tür erwarten kann, darüber möchten wir gemeinsam mit Ihnen nachdenken. 





Philipp Layer 




aus Münchhausen (!) bei Marburg erzählt Geschichten und Märchen mit einer Wärme und Intensität, dass jeder, der im zuhört, unweigerlich in den Bann seiner Erzählung gezogen wird. Er lässt in den Köpfen seiner Zuhörer lebendige Bilder entstehen und führt sie in eine Gedankenwelt, die zum Nachdenken anregt. Durch ihn wird das Geschichtenerzählen zu einer Kunstform erhoben. Die Geschichten und Märchen, die Philipp Layer erzählt, sind mal mehr, mal weniger bekannt. Mit großer Improvisationsgabe erfindet er auch spontan Geschichten, sogar nur durch Zuruf aus dem Publikum. 

Hier geht es zur Website von Philipp Layer:


Hier können Sie Geschichten von Philipp Layer hören:









Das Gänseblümchen war so froh,
dass es draußen im Grase stand
und eine kleine Blume war;
es fühlte sich so dankbar,
und als die Sonne unterging, 
faltete es seine Blätter,
schlief ein und träumte 
die ganze Nacht 
von der Sonne 
und dem kleinen Vogel.

Hans Christian Andersen